Gerätepflege 2026
Kalibrierung von CO2-Messgeräten verstehen
Warum auch das beste NDIR-Messgerät gelegentlich einen Abgleich braucht.
Ein CO2-Messgerät misst nicht auf ewig gleichbleibend genau. Wie viele Sensoren driftet auch ein NDIR-Sensor über Monate und Jahre langsam von seinem ursprünglichen Referenzpunkt ab – ein normaler physikalischer Effekt, dem Hersteller mit einer regelmäßigen Kalibrierung begegnen.
Die gute Nachricht: Bei den meisten modernen Geräten läuft dieser Abgleich automatisch im Hintergrund, ohne dass Sie aktiv etwas tun müssen. Zu verstehen, wie dieser Mechanismus funktioniert, hilft aber, das Gerät optimal zu nutzen und mögliche Fehlinterpretationen zu vermeiden.
Wie die automatische Kalibrierung funktioniert
Viele NDIR-Sensoren nutzen ein Verfahren, das häufig als "automatische Basiskalibrierung" oder ABC-Kalibrierung (Automatic Baseline Correction) bezeichnet wird. Die zugrundeliegende Annahme: Über einen längeren Zeitraum – oft mehrere Tage – sinkt der CO2-Wert in normal genutzten Räumen irgendwann auf ein Niveau nahe dem der Außenluft, etwa nachts oder bei regelmäßigem Lüften. Der Sensor merkt sich diesen niedrigsten gemessenen Wert und nutzt ihn als neuen Referenzpunkt für künftige Messungen.
Dieses Verfahren funktioniert zuverlässig, solange der Raum tatsächlich regelmäßig ausreichend gelüftet wird. In Räumen, die dauerhaft nur wenig frische Luft erhalten, fehlt der automatischen Kalibrierung diese Referenz – ein weiterer Grund, warum regelmäßiges Lüften nicht nur der Luftqualität selbst, sondern auch der langfristigen Messgenauigkeit zugutekommt.
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Preis auf Amazon prüfenManuelle Kalibrierung: Wann sie sinnvoll ist
Manche Geräte bieten zusätzlich eine manuelle Kalibrierungsfunktion, mit der sich der Sensor gezielt auf einen bekannten Referenzwert einstellen lässt, etwa nach längerer Standzeit oder bei einem Umzug in eine neue Umgebung. Die konkrete Vorgehensweise – etwa welche Taste wie lange gedrückt werden muss – unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller deutlich. Verlassen Sie sich hier ausschließlich auf die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts, statt allgemeine Anleitungen aus dem Internet zu übertragen.
Anzeichen für einen nötigen Abgleich
Ein Hinweis auf möglichen Kalibrierungsbedarf ist, wenn das Gerät auch bei weit geöffnetem Fenster und frischer Außenluft dauerhaft ungewöhnlich hohe Werte anzeigt, die nicht plausibel erscheinen. In diesem Fall lohnt sich ein Blick in die Herstelleranleitung zur manuellen Kalibrierung oder gegebenenfalls eine Kontaktaufnahme mit dem Support des Herstellers.
Kalibrierung als Teil der regelmäßigen Nutzung
Wer sein Gerät nach den Empfehlungen im Ratgeber Messgerät richtig platzieren aufstellt und regelmäßig stoßlüftet, schafft automatisch gute Voraussetzungen für eine funktionierende automatische Kalibrierung. Weitere technische Hintergründe zum Sensorprinzip selbst finden Sie im Ratgeber NDIR-Sensor-Technik erklärt.
Wer den Verlauf der eigenen Werte über Zeit beobachtet, erkennt einen möglichen Kalibrierungsbedarf oft früher – mehr dazu im Ratgeber ppm-Verlauf verstehen statt nur Momentwert.