Technik & Praxis
Fenster putzen bei Sonne: Warum Streifen entstehen
Was bei direkter Sonneneinstrahlung anders läuft und wie Sie trotzdem streifenfrei putzen.
Ein sonniger Tag scheint der perfekte Zeitpunkt zum Fensterputzen zu sein – schließlich sieht man den Schmutz besonders gut. Tatsächlich ist genau diese Sonneneinstrahlung häufig der Grund, warum am Ende trotz sorgfältiger Arbeit Streifen zurückbleiben.
Dieser Ratgeber erklärt qualitativ, warum Sonne die Reinigung erschwert und mit welchen Anpassungen Sie auch an hellen Tagen zu einem sauberen Ergebnis kommen.
Die grundlegende Führtechnik für streifenfreies Putzen haben wir bereits ausführlich im Ratgeber Streifenfrei Fenster putzen beschrieben – dieser Artikel ergänzt speziell den Einfluss von Sonne und Wärme.
Warum Wärme das Ergebnis beeinflusst
Direkte Sonneneinstrahlung erwärmt die Glasfläche spürbar. Warmes Glas lässt Wasser deutlich schneller verdunsten als eine kühle Scheibe an einem bewölkten Tag. Trocknet das Wasser an, bevor es vollständig abgezogen wurde, bleiben feine Ränder aus gelösten Mineralien oder Reinigungsmittel-Resten sichtbar zurück – genau die Streifen, die eigentlich vermieden werden sollen.
Dieser Effekt verstärkt sich bei großen Fensterflächen zusätzlich, da hier zwischen dem Einwaschen der ersten und dem Abziehen der letzten Bahn mehr Zeit vergeht, in der die Sonne bereits Teile der Fläche antrocknen lässt.
Der Zeitfaktor: zügiger arbeiten oder Fläche aufteilen
Eine bewährte Anpassung besteht darin, die Fensterfläche gedanklich in kleinere Abschnitte zu unterteilen und jeden Abschnitt vollständig einzuwaschen und abzuziehen, bevor der nächste beginnt. So bleibt weniger Zeit für ein vorzeitiges Antrocknen, als wenn die gesamte Scheibe erst komplett nass gemacht wird.
Ein Akku-Fenstersauger mit ausreichender Saugleistung kann hier von Vorteil sein, da das Wasser direkt beim Abziehen entfernt wird, statt erst anschließend mit einem Tuch nachgewischt zu werden.
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Preis auf Amazon prüfenDie bessere Alternative: Tageszeit anpassen
Wenn es der Zeitplan zulässt, sind bewölkte Tage oder die frühen Morgen- und späten Abendstunden – wenn die Sonne noch nicht oder nicht mehr direkt auf die betreffende Fensterseite scheint – die einfachste Lösung. Ohne den Zeitdruck durch vorzeitiges Antrocknen lässt sich in Ruhe und gleichmäßig arbeiten.
Bedenken Sie dabei auch die Ausrichtung Ihrer Fenster: Eine Südseite trifft die Mittagssonne meist am direktesten, während Nord- oder Ostfenster zu bestimmten Tageszeiten deutlich entspannter zu reinigen sind.
Reinigungsmittel richtig dosieren
Bei Wärme verdunstet nicht nur Wasser schneller, sondern auch überschüssiges Reinigungsmittel kann eher antrocknen und Rückstände hinterlassen. Eine sparsame Dosierung nach Herstellerangabe ist deshalb bei Sonneneinstrahlung besonders wichtig. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Putzmittel oder nur Wasser?.
Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, verwendet bei Sonnenschein etwas weniger Konzentrat als gewöhnlich und gleicht das durch zügigeres Abziehen aus.
Fazit: kein Grund, ganz auf sonnige Tage zu verzichten
Fensterputzen bei Sonne ist nicht unmöglich, erfordert aber etwas mehr Aufmerksamkeit als an einem bewölkten Tag. Kleinere Abschnitte, zügigeres Arbeiten und eine sparsame Dosierung des Reinigungsmittels gleichen den Effekt der Wärme meist gut aus. Wer die Wahl hat, plant größere Putzaktionen dennoch lieber für bedeckte Tage ein.
Blendung und Sicht auf die Scheibe beim Putzen
Neben dem schnelleren Antrocknen erschwert direktes Sonnenlicht auch die Sicht auf die Scheibe selbst: Bei starker Blendung fällt es schwerer zu erkennen, ob eine Stelle bereits vollständig abgezogen ist oder ob noch ein feiner Wasserrest steht. Ein leichter Seitenblick statt direktem Blick in die Sonne hilft, verbliebene Schlieren besser zu erkennen, bevor Sie zur nächsten Bahn übergehen.
Wer die Fensterseite wechselt, sobald die Sonne zu stark blendet, und stattdessen zunächst schattige Fenster bearbeitet, kann den Putzdurchgang so organisieren, dass die sonnigen Flächen zuletzt und mit voller Konzentration an der Reihe sind.
Unterschied zwischen Sommer- und Wintersonne
Niedrig stehende Wintersonne blendet oft stärker und über längere Tageszeiträume als die hochstehende Sommersonne, trifft die Scheibe dabei aber nicht immer mit derselben Wärmeleistung. Im Sommer ist deshalb vor allem das schnelle Antrocknen das größere Thema, im Winter eher die Blendung und die kürzeren Zeitfenster mit ausreichend Tageslicht.