Bad & Nassräume
Fliesen und Duschwände richtig absaugen
Warum Fliesen und Duschglas eine etwas andere Technik brauchen als das normale Fenster – im Detail erklärt.
Fliesen und Duschwände unterscheiden sich von einer klassischen Fensterscheibe in einem wichtigen Punkt: Die Oberfläche ist nicht immer durchgehend glatt. Fugen, leicht strukturierte Fliesen und Silikonkanten an der Duschwand stellen den Fenstersauger vor andere Herausforderungen als eine ebene Glasfläche.
In unserem Ratgeber Fenstersauger im Bad und in der Dusche nutzen geht es vor allem darum, wie sich tägliches Abziehen als Gewohnheit gegen Kalkflecken etabliert. Dieser Ratgeber ergänzt das um die technischen Details: Wie reagiert die Gummilippe auf unterschiedliche Oberflächen, und worauf sollten Sie an Fugen, Ecken und Kanten achten?
Glatte Duschwand versus strukturierte Fliese
Auf einer glatten Glas- oder Kunststoff-Duschwand liegt die Gummilippe gleichmäßig auf der gesamten Breite auf und saugt in einem Zug sauber ab – ähnlich wie am Fenster. Fliesen sind dagegen selten perfekt eben: Kleine Unebenheiten in der Glasur oder eine leichte Struktur sorgen dafür, dass die Lippe nicht überall im selben Winkel aufliegt.
Das Ergebnis ist meist trotzdem gut, aber in einzelnen kleinen Vertiefungen kann etwas Wasser zurückbleiben. Ein kurzer Nachzug mit einem trockenen Mikrofasertuch an diesen Stellen behebt das zuverlässig.
Fugen: die Schwachstelle zwischen den Fliesen
Fugen liegen etwas tiefer als die umgebende Fliesenfläche und sammeln deshalb gern kleine Wasserreste, an denen sich mit der Zeit Kalk absetzen kann. Führen Sie die Düse über Fugenbereiche etwas langsamer als über die glatte Fläche, damit mehr Zeit zum Absaugen bleibt, statt in einem schnellen Zug darüber hinwegzugehen.
Bei besonders breiten oder tiefen Fugen hilft zusätzlich ein schmales Tuch, mit dem Sie verbleibende Feuchtigkeit gezielt aufnehmen, bevor sie eintrocknet.
Silikonkanten und Übergänge sauber halten
An der Silikonfuge zwischen Duschwand und Boden oder Wand staut sich häufig ebenfalls Wasser, weil die Kante minimal übersteht. Ziehen Sie die Düse hier in einem flachen Winkel entlang der Kante, statt sie frontal dagegenzudrücken, damit die Gummilippe sauber aufliegt und nicht verkantet.
Für besonders enge Ecken und schmale Übergänge, in die die Standarddüse nicht passt, lohnt sich eine schmalere Ersatzdüse aus der Kategorie Zubehör & Tücher.
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Für den täglichen Einsatz in der Dusche eignet sich ein kompaktes, spritzwassergewöhntes Modell besonders gut, weil es sich in der beengten Kabine leichter führen lässt als ein großes Standardgerät.
Modelle wie der Leifheit Nemo aus unserer Kategorie Kompakt & Schmal sind gezielt für den Einsatz in Bad und Dusche ausgelegt und lassen sich griffbereit an der Wand verstauen.
Große Duschwände und Trennwände in mehreren Bahnen
Bei einer bodentiefen Duschwand oder einer breiten Trennwand reicht ein einzelner Zug mit der Düse selten von oben bis unten. Arbeiten Sie stattdessen in überlappenden Bahnen von der oberen Kante nach unten, ähnlich wie am Fenster, und setzen Sie die Düse nach jeder Bahn kurz am Rand ab, statt in einer Diagonale quer über die Fläche zu ziehen.
Bei Duschwänden mit Rahmen oder Beschlägen aus Metall achten Sie zusätzlich darauf, dass kein Wasser über längere Zeit an den Verbindungsstellen stehen bleibt, da sich dort mit der Zeit Kalk- oder Wasserflecken bilden können.
Unterschied zur täglichen Kurz-Reinigung
Die hier beschriebene technische Vorgehensweise eignet sich vor allem für die gründlichere, etwas seltenere Reinigung von Fliesen und Duschwand. Für die tägliche Kurzanwendung direkt nach dem Duschen – bei der es vor allem darum geht, Wassertropfen erst gar nicht antrocknen zu lassen – reicht ein deutlich schnellerer Durchgang, den wir im Ratgeber Fenstersauger im Bad und in der Dusche nutzen beschreiben.
Wer beide Routinen kombiniert – kurzes tägliches Abziehen plus eine gründlichere Reinigung mit Blick auf Fugen und Kanten in größeren Abständen –, hält Fliesen und Duschwand langfristig mit deutlich weniger Aufwand sauber.
Nach der Reinigung: Lüften nicht vergessen
So gründlich das Absaugen auch ist, restliche Feuchtigkeit in Fugen und an Übergängen trocknet nach der Reinigung schneller, wenn Sie das Bad im Anschluss kurz lüften oder den Lüfter laufen lassen, statt die Tür sofort geschlossen zu halten. Das verhindert, dass sich in feuchten Ecken über die Zeit Schimmel oder Stockflecken bilden können.
Besonders in fensterlosen Bädern mit nur mechanischer Entlüftung ist dieser Schritt wichtig, weil dort ohne aktives Lüften deutlich mehr Feuchtigkeit im Raum verbleibt als in einem Bad mit eigenem Fenster.
Material schonen: worauf Sie noch achten sollten
Manche Duschwände bestehen nicht aus Glas, sondern aus beschichtetem Kunststoff oder Acryl, das empfindlicher auf scheuernde Bewegungen oder harte Düsenkanten reagieren kann als robustes Sicherheitsglas. Führen Sie die Düse hier mit etwas weniger Druck und prüfen Sie im Zweifel an einer unauffälligen Stelle, ob die Oberfläche die Reinigung ohne sichtbare Spuren verträgt.
Bei Naturstein-Fliesen, die anders als glasierte Keramik empfindlicher auf Säuren reagieren können, sollten Sie zudem nur klares Wasser oder ausdrücklich für Naturstein geeignete Mittel verwenden.
Die gleiche Technik lässt sich übrigens auch auf Badspiegel und Glastische im Wohnbereich übertragen. Praktische Hinweise speziell dazu finden Sie im Ratgeber Spiegel und Glastische im Haushalt reinigen.